Belastendes loswerden und das Leben neu gestalten

Sünde und Schuld sind Begriffe im kirchlichen Kontext, die bei Menschen  ambivalente Gefühle auslösen können. Der Gedanke ein sündiger Mensch zu sein, der den Gnadenzuspruch der Kirche benötigt, um wieder aufrecht durchs Leben weitergehen zu können, kann auf Ablehnung stoßen. Kirche hat in ihrer Entwicklungsgeschichte als "moralische Instanz" auch viele Menschen entäuscht. Beichte und die Vergebung von Schuld sind aber ein großes Geschenk, das uns Jesus Christus selbst angeboten hat. Kirche und ihre Mitarbeitenden haben nur eine Mittlerfunktion, sind nicht die erlösende Instanz!

Schuldig zu werden gehört zum Mensch sein dazu. Wir sind nicht vollkommen und es geschieht immer wieder, das wir andere Menschen mit Worten und Handlungen verletzen. Dies belastet das Miteinander und führt nicht selten zu schmerzlicher Trennung. Manche Schuld tragen wir lang, vielleicht ein Leben lang mit uns herum und wir tragen schwer daran.
Die Beichte ist ein Ort, um reinen Tisch zu machen. Es geht darum das eigene Versagen in einem geschützten Raum vor Gott auszusprechen, sich dazu zu bekennen. Dann bietet Jesus Christus dem, der sein Handeln ehrlich bereut und ihm vertraut, einen Neuanfang an. Er schenkt Versöhnung und will uns zur Versöhnung mit anderen führen. "Vergib und unsere Schuld, wie auch wir vergeben unserer Schuldigern", beten wir im Vater Unser.

Die Beichte im Altenpflegeheim kann im Rahmen eines Gottesdienstes statt finden. Hier bringt der Beichtende sein Anliegen in der Stille vertrauensvoll vor Gott, spricht gemeinsam mit den anderen ein allgemeines Beichtgebet und bekommt Vergebung im Namen Jesu zugesprochen. Daneben gibt es auch die Möglichkeit der Einzelbeichte bei einem Seelsorger / einer Seelsorgerin, die dem Beichtgeheimnis unterstehen.
Am Ende des Lebens kommen im Rückblick vielleicht alte belastende Erfahrungen wieder ins Bewusstein, die mit persönlicher Schuld verbunden sind. Die Möglichkeit das lange Verschwiegene endlich auszusprechen zu dürfen und um Vergebung zu bitten kann sehr befreiend und heilsam sein.

Im Evangelischen Gesangbuch finden Sie Texte zur Beichte unter den Nummern 707 und 708.