Einzelbesuche im Altenpflegeheim

Denn ich bin hungrig gewesen und ihr habt mir zu essen gegeben. Ich bin durstig gewesen und ihr habt mir zu trinken gegeben. Ich bin ein Fremder gewesen und ihr habt mich aufgenommen. Ich bin nackt gewesen und ihr habt mich gekleidet. Ich bin krank gewesen und ihr habt mich besucht. Ich bin im Gefängnis gewesen und ihr seid zu mir gekommen. [...]
Wahrlich, ich sage euch: Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan.
Matthäusevangelium, Kapitel 25, 35ff

Impulse für die Praxis

Vor dem Besuch

Was ist zu organisieren:

  • Kontakt zur Heimleitung, um sich vorzustellen
  • Klärung, zu welchen Anlässen Besuche gemacht werden (spontan, auf Anfrage, zum Heimeinzug, zum Geburtstag etc.)
  • Klärung, wie Mitarbeitende in der Seelsorge über Gesprächsbedarf informiert wird (durch Mitarbeitende in der Pflege, Angehörige etc.)
  • Bekanntgabe des Seelsorgeangebots (z.B. Aushang, Flyer, Grußkarte beim Einzug)
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Inhaltliche Gestaltung

Was ist inhaltlich zu beachten:

  • Angemessene Atmosphäre (Fernseher/Radio ausschalten; auf Mitbewohner*innen achten, eventuell Raumwechsel etc.)
  • Angemessenes Zeitbudget für den Besuch, oder Hinweis auf kurze Besuchsdauer
  • Eröffnen eines „Raumes“, die eigene Biographie und jetzige Lebenssituation in einer spirituellen Dimension zu erfahren
  • Wahrnehmen, ob Gebet oder Vergebenszuspruch angebracht ist
  • Sensibilität für das Bedürfnis nach Berührung und dem Wunsch nach Distanz
  • Aktives Zuhören, wo verbale Kommunikation möglich ist
  • Einbeziehung unterschiedlicher Sinne (Tasten, Riechen, Schmecken, Sehen, Hören) in der Begegnung mit Menschen, deren verbale Kommunikationsfähigkeit eingeschränkt ist
  • Validierende Begleitung dient der Achtung der Gefühlswelt der BewohnerInnen
  • Bewusste Präsenz bei komatösen und nicht mehr kommunikationsfähigen Menschen

Wirkung

Was kann erreicht werden:

  • Die Bewohner*innen fühlen sich auch im Alter begleitet
  • Begegnung ist sinnstiftend
  • Konfessionell gebundene Bewohner*nnen fühlen sich von ihrer Kirche nicht allein gelassen
  • Spirituelle Bedürfnisse der Bewohner*innen werden berücksichtigt
  • (belastende) Lebensthemen finden Raum und Resonanz
  • Ritualeangebote können entlasten
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